Albert Praun – Ein deutsches (Soldaten-)Leben 1894 - 1975 Das Buch zu seinem 110. Geburtstag und gegen das Vergessen...
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Bezeichnend für Prauns lauteren Charakter ist jedoch seine Aussage: „Die Art der rücksichtslosen Morde ohne gerichtliches Urteil war beschämend für Deutschland.
Den Eid auf Hitler nach dem Tod des Reichspräsidenten von Hindenburg kommentierte Praun mit der Feststellung: „Warum sollten wir nicht unserem Kriegsminister, der das Vertrauen der Wehrmacht hatte, folgen?
1935 wurde Praun Kommandeur der Panzernachrichtenabteilung 38 der 2. Panzerdivision. Sein damaliger Divisionskommandeur war Oberst Heinz Guderian. Es wurden Wurzeln für eine Zusammenarbeit gelegt, die bis 1945 reichten. Praun verstand es, in seinem Verband die Grundsätze „Fahren-Funken-Schießen“ dergestalt zu realisieren, dass es immer gelang, Verbindung zu halten. Er erlebt an der Seite Guderians den Einmarsch in Österreich und ist überwältigt von der Zustimmung, den der Anschluss dort findet.
Zu Kriegsbeginn Kommandeur eines Armeenachrichtenregiments hinter dem Westwall, verdeutlicht Praun mit vielen Details das Chaos, das auch bezüglich der Fernmeldeverbindungen dort herrschte. (…) Von 1941 bis 1944 war er an der Ostfront eingesetzt. Für einen Angehörigen der Nachrichtentruppe nicht selbstverständlich, führte er doch u.a. die 129. Infanteriedivision. Die Schilderungen aus dieser Zeit beschränken sich in erster Linie auf Kampfhandlungen und das entbehrungsreiche Leben der Frontsoldaten.
Zuletzt war er an der Ostfront Nachrichtenführer der Heeresgruppe Mitte, um dann – nach seiner Versetzung in die Führerreserve – die 277. Division in Frankreich zu übernehmen. (…)
Seine Darstellungen lassen auch den Schluss zu, dass er getreu seiner Erziehung nicht nach dem Wofür fragte.
Am 12. August 1944 – nachdem sich auch die Beteiligung von General Thiele am 20. Juli 1944 herausgestellt hatte – wurde Generalleutnant Praun Chef des Heeresnachrichtenwesens. Er trat jetzt in die Fellgiebels Fußstapfen, der zu dieser Zeit in Plötzensee noch auf seine Hinrichtung wartete. Praun selbst bezeichnet in seinen Erinnerungen Fellgiebel als ein Genie, wenn es darum ging, die Technik für seine Truppen auszunutzen.
Er kommentiert Fellgiebels Haltung zum Regime recht widersprüchlich, während er die Kritik Fellgiebels z.B. an der Parteiführung teilte, wird sein Pessimismus bezüglich der Kriegsführung von ihm nicht positiv bewertet. Praun führt dieses Pessimismus auch darauf zurück, dass Fellgiebel zu lange frontfern war und die „anständige“ Frontluft nicht schnuppern konnte. Eine Aussage, die für sich selbst spricht und die, legt man Prauns Lebensweg zugrunde, verständlich ist, allerdings keineswegs dem im Werk von Karl Heinz Wildhagen über Erich Fellgiebel dargestellten Gründen entspricht.
Er kommentiert Fellgiebels Haltung zum Regime recht widersprüchlich, während er die Kritik Fellgiebels z.B. an der Parteiführung teilte, wird sein Pessimismus bezüglich der Kriegsführung von ihm nicht positiv bewertet. Praun führt dieses Pessimismus auch darauf zurück, dass Fellgiebel zu lange frontfern war und die „anständige“ Frontluft nicht schnuppern konnte.
Eine Aussage, die für sich selbst spricht und die, legt man Prauns Lebensweg zugrunde, verständlich ist, allerdings keineswegs dem im Werk von Karl Heinz Wildhagen über Erich Fellgiebel dargestellten Gründen entspricht. Dem seit 1. Oktober 1944 zum General der Nachrichtentruppe Beförderten blieb es nur noch, die Verbindungen auf den unterschiedlichen Kriegsschauplätzen zusammenzuhalten. ...
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ISBN-Nr. 3-937082-22-0    324 Seiten    Hardcover    22,- Euro :HOME:WARUM?:LESEPROBEN:PRESSE:BESTELLUNG:IMPRESSUM: