Albert Praun – Ein deutsches (Soldaten-)Leben 1894 - 1975 Das Buch zu seinem 110. Geburtstag und gegen das Vergessen...
Buchvorstellung
„Albert Praun – Ein deutsches (Soldaten-)Leben 1894 – 1975“

Von Oberst Georg Schrenk

Hella Praun, die Enkelin von General der Nachrichtentruppe Albert Praun, stößt auf die Erinnerungen ihres Großvaters und entschließt sich 2004, eine Neuauflage des 1965 bereits erschienenen Buches herauszugeben. (…)
Mir war die Erstausgabe nicht unbekannt. Ich habe trotzdem die gesamte Neuauflage gelesen. Was findet der Leser in diesem Buch? Albert Praun schildert darin sein Leben als Soldat von 1913 bis zu der für ihn nicht einfachen Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges. Er ist ein Kind seiner Zeit, aufgewachsen in einem bürgerlichen Elternhaus, Soldat in der Telegraphentruppe. (…)
Man erfährt viele Einzelheiten aus der Telegraphentruppe, die im 1. Weltkrieg eine starke Vermehrung erfuhr, deren Zweck anfangs belächelt wurde und die mit großen Schwierigkeiten beim Material aber auch beim Personal zu kämpfen hatte.
Die Technikfeindlichkeit eines großen Teils des höheren Offizierkorps der damaligen Zeit wird deutlich. Es klingt heute fast unglaublich, mit welch einfachen Mitteln Fernsprechverbindungen hergestellt und über weite Entfernungen gehalten wurden. Der Erfindungs-, besser Improvisationsgabe, des jungen Leutnants Albert Praun tat sich ein schier unendliches Betätigungsfeld auf. (…)
Manches, was man dort liest, lässt gewisse Parallelen zu heute noch sichtbaren Arbeitsweisen zu!

Prauns Urteil am Ende des ersten Weltkrieges ist schon beachtlich: „Der Krieg war vorbei, das Ende war Niederlage und Zusammenbruch. Waren unsere jungen Kameraden umsonst gestorben?
Nicht uninteressant ist die Darstellung der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Hier führt uns der Verfasser in Einzelerlebnissen vor Augen, welch organisatorisches Chaos in Deutschland herrschte (…). Nicht unerwähnt bleiben sollen die Bemühungen, Ausrüstung der Streitkräfte vor der Interalliierten Kontrollkommission zu verstecken (…).
Der damalige Oberleutnant Praun scheint sich von Vielen unterschieden zu haben! Die gerechte, menschliche Behandlung seiner Untergebenen, wie in eidesstattlichen Versicherungen belegt wird, stand im Vordergrund seines Handelns als militärischer Führer.
Der 30. Januar 1933 hat ihn in seiner damaligen Garnison Königsberg überrascht. Bezeichnend ist die Einschätzung Hitlers, zu dem er sich wie folgt äußerte: „Nach den Nachkriegswehen der Zerrissenheit und der Not der Arbeitslosigkeit, die „Präsidialkabinette“ und „Notverordnungen“ nicht hatten bannen können, setzten auch wir Soldaten die Hoffnung auf den Mann aus dem Volke, der im Stahlgewitter der Trommelfeuer sich das Eiserne Kreuz erster Klasse verdient hatte.
Praun scheint einer der wenigen gewesen zu sein, die zugaben, „Mein Kampf“ gelesen zu haben. Ihm erschien das Kapitel über den Lebensraum im Osten aber als utopisches Hirngespinst! Mit den Opfern auf Seiten der SA während des „Röhmputsches 1934“ hatte man wenig Bedauern, die Ermordung der Generale von Schleicher und Bredow wurden zur Kenntnis genommen, da man ihnen die vorgeschützten Intrigen zugetraut hatte. ...

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ISBN-Nr. 3-937082-22-0    324 Seiten    Hardcover    22,- Euro :HOME:WARUM?:LESEPROBEN:PRESSE:BESTELLUNG:IMPRESSUM: