Albert Praun – Ein deutsches (Soldaten-)Leben 1894 - 1975 Das Buch zu seinem 110. Geburtstag und gegen das Vergessen...

„Ich stehe wieder vor schweren Kampf. Meine neue Division ist im Begriff, an die Invasionsfront abzurücken. Als Divisionskommandeur ist es wieder meine Aufgabe, in vorderster Linie zu führen. Wir brennen darauf, unsere verwundete Heimat zu rächen und uns für die endgültige Entscheidung ganz einzusetzen. Ich hoffe, dass meine Soldaten sich ebenso tapfer schlagen, wie die meiner unvergessenen 129. Infanteriedivision. - Wieder, wie zu Beginn dieses Krieges vor fast fünf Jahren; wie vor dem Frankreichfeldzug vor mehr als vier Jahren und vor dem Ostfeldzug vor genau drei Jahren, heißt es, alle Brücken nach rückwärts abzubrechen und das Leben abzuschließen. (…) - Liebste Hella! Ich ziehe wieder in die Schlacht im Vertrauen auf unsere gerechte, große Sache, im Glauben an Deutschland und die Zukunft unseres Volkes. Wo es sich um diese Entscheidung dreht, muss das Schicksal des Einzelnen zurückstehen. - Für einen alten Soldaten ist es die schönste Vollendung, an der Spitze einer tapferen Division zu fallen.
„Vorsorglicher“ Abschiedsbrief
von Albert Praun an seine Frau Hella, 1944

„Unter Transportschwierigkeiten war es geglückt, einen Fesselballon und Gas nach Rheinsberg zu bringen. Er wurde mit dem Richtverbindungsgerät am 28. April nachmittags bei bedecktem Himmel hoch gelassen und erzielte sofort über den Flakturm am Zoo Gespräche mit der Reichskanzlei. Dann musste der ungenügend gefüllte Ballon, der durch Regen zu schwer wurde, eingezogen werden.

Bei gutem Wetter konnte die Füllung noch zu einem Aufstieg ausreichen. Dieser wurde auf den Mittag des 29. April angesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein kam der Ballon um 11 Uhr noch einmal auf eine Höhe von 300 Meter. Die Fernsprechverbindung mit dem Kampfkommandanten von Berlin war sofort einwandfrei da. Er berichtete Jodl über die Lage in der Stadt und erhielt Aufträge für die Reichskanzlei, zu der die Fernsprechverbindungen vom Zoo aus unterbrochen waren. Dann wurden noch mehrere Gespräche geführt, die vorher angemeldet waren. Da erschien um 12 Uhr eine russische Schlachtfliegerstaffel und schoss den Ballon ab, der mit einem lauten Knall zerplatzte. Der Funker sprang mit dem Fallschirm ab. - Ich meldete Feldmarschall Keitel, dass die letzte Möglichkeit einer Fernsprechverbindung nach Berlin erschöpft sei.
Albert Praun, 1945
 

„Albert Praun war sehr kritisch; Schaumschläger hatten bei ihm kein Glück; er konnte recht unangenehm werden, insbesondere wenn Nachlässigkeiten, Bequemlichkeit, Mangel an Initiative und Aktivität festzustellen waren; gleichzeitig war er immer gerne bereit, gute Leistungen, selbständiges Handeln, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung anzuerkennen; er trat für Untergebene ein; half’ kameradschaftlich, wann immer jemand unverschuldet in Schwierigkeiten geraten war; ging in seinen Anforderungen bis an die Grenze des Vertretbaren – stellte diese aber zuletzt immer vorrangig an sich selbst“.
Nachruf des Fernmelderings auf Albert Praun, 1975

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ISBN-Nr. 3-937082-22-0    324 Seiten    Hardcover    22,- Euro :HOME:WARUM?:LESEPROBEN:PRESSE:BESTELLUNG:IMPRESSUM: